Fotografie

Schlechte Location – interessante Fotos

Schlechtes Wetter, graue Wolken keine goldene Stunde in Sicht? Dann ist es Zeit für Kreativtraining. Fixbrennweite und Phantasie halfen dabei. Beispielhaft schreibe ich in diesem Blogeintrag, wie so etwas geschehen kann.

Der Winter ist so richtig in seinem grauen Element, die Tage wollen einfach nicht länger werden und der Schönwetterfotograf bekommt bereits Depressionen beim Abstauben seiner Kamera?

Dann habe ich etwas für euch!

Schnappt euch eure Foto Maschine, schnallt eine hammermäßige Festbrennweite drauf und trainiert eure fotografische Kreativität. Was ich damit sagen will… passt euch den Umständen an. nikkor135-3894-1

Wenn das schöne Wetter auf sich warten lässt und das atemberaubende Licht nicht kommen will, dann geht in die Tiefe. Ich will euch erklären was ich damit meine.

Zunächst einmal braucht ihr eure Kamera und eine fotografische Herausforderung. Ich verwende dazu immer ganz gerne fixe Brennweiten, sogenannte Prime-Lenses. Diese schränken meinen Motivspielraum zwar stark ein, erhöhen aber meine persönliche Mobilität umso mehr.

Als nächstes begebe ich mich an einen eher unattraktiven Platz, den ich schon das ein oder andere Mal gesehen habe, bei tollem Licht aber nicht fotografieren wollte. Wer verschwendet schon das beste Licht für eine ugly Location?

Dort angekommen versuche ich Ideen zu entwickeln. Ich stelle meine Kamera auf manuellen Betrieb, schalte aber bei schlechten Lichtverhältnissen die ISO – Automatik ein. Danach wähle ich meine Blende und meine Belichtungszeit. Die Belichtungszeit setze ich immer so kurz an, dass ich annähernd 1 durch das doppelte der Brennweite in Sekunden erreiche (also bei meiner Brennweite von 135mm habe ich mich für 1/200s. entschieden). Dadurch kann ich Verwackelungen vermeiden und sorge für eine ordentliche Schärfe in meinen Bildern. Das wars dann auch schon mit der Beschäftigung mit der Kamera. Die restliche Aufmerksamkeit gehört dem Motiv und dieses steht in einem kreativen Prozess schließlich im Mittelpunkt der Arbeit eines ambitionierten Hobbyfotografen.Fotowalk_Mauthausen_Schlechtwetter_135mm_Dezember_2017-1387-Bearbeitet-2

Sehr oft kommt es dadurch vor, dass ich erst nach dem Fotoshooting realisiere, wie wenig Gedanken von mir an die Kamera verschwendet wurden. Wenn ich diese Erkenntnis habe bin ich zufrieden. Ich kann dann behaupten, ich habe fotografiert und nicht mich an den technischen Möglichkeiten moderner DSLR´s ergötzt. Ob die Bilder gefallen oder nicht sei dahingestellt, es ist der kreative und vor allem freie Prozess, der mir Befriedigung in solchen Situationen verschafft.

Im verlinkten Video habe ich mich mit meiner Nikon D750 und meiner geliebten 135mm f2.8 Festbrennweite auf den Weg zu einer Hochwasserschutzeinrichtung in meiner Heimatgemeinde Mauthausen gemacht. Es handelt sich dabei um sogenannte Rückstauklappen, welche einen verrrohrten Bach davor bewahren sollen im Hochwasserfall an der Donau durch Rückstau über die Ufer zu treten. Diese Klappen habe ich schon oft beim spazieren gehen betrachtet und mir schon immer gedacht, die nehm ich mir mal vor – aus fotografischer Sich natürlich. Das habe ich nun getan und ein kleines Video dazu gemacht.

Schlechte Location Interessante Fotos

Mir ist durchaus bewusst, dass die dabei entstanden Bilder nicht für Postkarten taugen, aber sie haben Charakter. Sie sind interessant und sie sagen etwas aus. Sie dokumentieren eine technische Sicherheitseinrichtung, die so unscheinbar unter der Strasse verläuft. Bilder, die vielleicht in vielen Jahren von Wert sein werden, da sie dann ein ein zeitgeschichtliches Dokument sind.

In jedem Fall erzählen sie eine Geschichte. Die Geschichte von Menschen, die sich über die Sicherheit von anderen Menschen in den zu schützenden Siedlungen Gedanken gemacht haben. Die Geschichte von Personen, die Angst davor hatten, beim nächsten Unwetter ihr Hab und Gut zu verlieren. Diese Geschichte steckt hinter diesen drei unscheinbaren Klappen, die ich festgehalten und fotografisch verewigt habe. Und sie wird erst erzählt, wenn wir sie entstehen lassen. In unserem Kopf und in weitere Folge in unseren Bildern.

Interessante Fotos von unattraktiven Plätzen
Nicht besonders schön, aber wichtig.

Vielleicht mögen die letzten Zeilen für den ein oder anderen ein wenig übertrieben klingen, aber das ist es was ich mit in die Tiefe gehen meine. Setzt euch mit eurem Motiv auseinander, zerbrecht euch den Kopf darüber, was dahinter stecken könnte, baut ein Gefühl für das Ziel eurer Fotografie auf und ganz ganz wichtig, blendet die Technik, die sich dabei in euren Händen befindet soweit als möglich aus.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag ein wenig animieren, auch bei grauem Wetter raus zu gehen um Fotos zu machen. Vielleicht keine schönen Bilder, interessante Fotos aber allemal. Nutzt das schlechte Wetter und das eintönige Licht um eure kreativen Sinne zu stärken. Nutzt das Ausblenden der Buntheit in eurer Umgebung durch das graue Wetter aus und fokussiert euch auf eure fotografische Innovationskraft. Ihr werdet feststellen, dass kann ganz schön befreiend sein.

Hier noch ein paar interessante Links

Das Nikkor 135mm f2.8 – vorgestellt von mir

https://youtu.be/CkjEu62iXN0

Patrick Ludolph mit neunzehn72.de immer ein Hit

https://www.youtube.com/watch?v=5pJ72F8XHhU

Immer spannend und vor allem schnell auf dem Punkt Benjamin Jaworsky

https://www.youtube.com/watch?v=HQYJI7P7mqo

Stöbert einfach ein bißchen durch die Weiten des Netzes und seht euch die unzähligen Videos auf Youtube zum Thema an. Ich bin mir sicher, dann wird euch über die finstere Jahreszeit weder langweilig, noch geht euch der Stoff aus, denn ihr braucht um euch weiterzuentwickeln.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins nächste Jahr.

Gruß

Ralph

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s