Fotografie Persönliches

Ein paar Gedanken zum Herbst…

Der Herbst ist pünktlich zum 1. September eingetroffen. Für den Fotografen fängt nun wieder eine neue Zeit an, jene der Farben und des Nebels.

…aus der Sicht des Fotografen

Der erste September ist gekommen und der Sommer ist gegangen. Zumindest scheint es bei mir zu Hause so zu sein. Die Hitze der letzten Wochen, die Trockenheit in der Natur und die durchgeschwitzten Leiber sind mit einem Schlag vergessen. Mit sympathischer Gelassenheit hat der Herbst ein Machtwort gesprochen und verlautbart – jetzt ist Schluss.

Danke erstmal dafür.

Bitte versteht mich nicht falsch. Auch ich mag den Sommer und ich habe diesen Sommer sehr genoßen. Meist benötige ich auch ein paar Tage im August um zu akzeptieren, dass sich die warme Jahreszeit dem Ende nähert. Wenn aber dann der 1. September angerückt ist und so wie jetzt mit nassem Wetter und kühlen Nächten das atmen wieder erleichtert, dann keimt so etwas wie ein bißchen Freude in mir auf. Freude auf den Herbst.

Mauthausen_Herbst_Straße
Die Nikon D7100 mit dem alten Nikkor 135mm f2.8 mit ISO 800

Von welcher Freude rede ich da?

Natürlich rede ich auch von der Freude als Fotograf, aber dazu später mehr. Ist es nicht immer wieder ein beruhigendes Gefühl, wenn der Nebel unserer schnelllebigen Zeit ein bißchen die Geschwindigkeit nimmt? Erwärmt es unsere Herzen nicht mit Freude, wenn wir zum ersten mal wieder durchgefroren unter die heißen Strahlen unserer Dusche oder in die warmen Fluten unserer Badewanne steigen können? Ich möchte jetzt gar nicht davon anfangen, dass ich mich auf das erste knistern des Feuers in unserem Kamin freue, aber das tue ich. Ich mag das. Ich mag die Abwechslung und ich mag unsere Jahreszeiten.

Aus fotografischer Sicht habe ich den heutigen Morgen schon genutzt und bin mit Festbrennweite Nikon 85mm 1.8 (Amazon Link) eine Linse die ich sehr empfehlen kann, und mit meiner Nikon D750 (Amazon Link) losgezogen um ein paar Bilder zu machen. Ein kurzer Spaziergang durch die eigene Heimat zeigt, wie schnell sich die Motive in anderem Licht bei anderem Wetter ändern. Nicht der Anspruch auf perfekte Bilder hat mich angetrieben, sondern lediglich die Liebe zum Entdeckertum. Es war noch relativ früh und ich musste mit hohen ISO-Zahlen fotografieren. Aber hohe ISO Zahlen und mit ihnen verbunden ein gewissen Rauschen in den Bildern gehören irgendwie zu herbstlichen Bildern dazu. Korn und Herbst gehören zusammen. Letzteres muss ich mir merken – könnte der Titel eines Buches werden.

mauthausen_regentag_studien-8098-1

Die Farben im Herbst sind ein eigenes Thema. Während vor dem Laubfall der Herbst unbestritten die bunteste Jahreszeit repräsentiert, ändert sich das mit den kahlen Bäumen und den einfallenden nebeligen Tagen oft sehr rasch. Es bedarf einer unterschiedlichen Herangehensweise in der Fotografie. Nasse Abende mit Lichtern die von der Straße verschluckt werden sind anders zu erarbeiten als Landschaftsaufnahmen im warmen Herbstlicht bei abendlichem Sonnenschein. Es geht hier um den Gegensatz zwischen ruhiger, feuchter und kühler Herbststimmung die sich in Konkurrenz mit der goldenen Stunde, dem goldenen Herbst befindet. Gewiss, Konkurrenten können das nicht sein, aber ihr wißt was ich meine. Aus fotografischer Sicht konkurrieren in meinem Kopf diese beiden Bilder um die Interpretation was den Herbst ausmacht. Blödsinn? Sicher! Beides passt in den Herbst und beides gehört dazu. Ich muss mich aber innerlich darauf einstellen, bei welchem Wetter ich losziehe um zu fotografieren.

Abschließend möchte ich noch eines anmerken. Da es für mich irgendwie zusammengehört. Wie vorhin bereits erwähnt – Korn und Herbst. Manchmal schnappe ich mir auch meine etwas ältere Nikon D7100 (nach wie vor eine hervorragende Kamera ebay Link) geb mein altes Nikkor 135mm 2.8 (ebay Link) mit manuellem Fokus dran und fotografiere bei dämmrigen Licht mit hohen Isozahlen. Die Bilder, die dabe rauskommen sind nicht immer technisch perfekt, aber sie haben Charme und das mag ich.

Der Herbst hat für mich einen unbeschreiblichen Charme und die Bilder die dabei entstehen ebenso. Er gibt dem Jahr seine Reife und blickt bereits auf eine Fülle an Geschichten zurück, bevor er im Winter dem neuen Jahr das Zepter übergibt.

Geht raus und genießt die goldenen aber auch die grauen Tage,
Euer Ralph

2 Kommentare

  1. Servus Ralph,
    „Korn und Herbst“ . . . das hat was, ja, das ist ziemlich genial! Wobei man ja noch hinterfragen kann, ob beim Korn das ursprüngliche Produkt vom Feld oder das „Endprodukt“ in der Flasche gemeint ist?

    Alles Liebe
    Klaus

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