Es dauert 3 Tage einen Biber zu fotografieren

Diese Woche war ich damit beschäftigt ein Bild von einem Biber, der bei uns zu Hause in den Donau Auen wieder heimisch geworden ist zu bekommen. Gesehen habe ich immer wieder welche, meist aber eher zufällig und immer dann wenn ich mit anderen fotografischen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Diesmal sollte es anders sein, ich wollte dieses Bild und wenn ich ihn jeden Tag suchen hätte müssen. Aber fange wir von vorne an.

Gegenwärtig befindet sich ja die Welt noch im Corona Ausnahmezustand und dieser wird wahrscheinlich noch ein Weilchen anhalten. Das heißt vor allem auch für und Landschaftsfotografierende massive Einschränkungen in Kauf nehmen. Ich für meinen Teil habe mich dazu entschlossen mich in meinem heimischen Umfeld so freit wie möglich zu bewegen, natürlich immer darauf bedacht die Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. So auch diesmal.

Am ersten Tag war ich gegen 06.30 Uhr an der Stelle, an der ich laut vertraulicher Quellen mit Sicherheit einen Biber finden würde und der erste Erfolg ließ auch gar nicht lange auf sich warten. Gerade angekommen sah ich einen stromaufwärts schwimmen und hoffte mein Vorhaben schnell zu einem erfolgreichen Ende führen zu können. Aber da habe ich die Rechnung ohne den Wirt, sprich ohne den Biber gemacht. Ich befand mich nämlich hinter einer Flussbiegung und was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste war, dass in der Biegung bzw. kurz davor die Eingänge zum Biberbau lagen - also blieb dieser Morgen leider erfolglos.

Naja, so erfolglos war er dann auch wieder nicht, denn immerhin konnte ich das schöne Morgenlicht nutzen und das ein oder andere stimmungsvolle Landschaftsfoto machen. Diese Bild beispielsweise habe ich mit dem Tamron 70-300mm gemacht, welche eine relativ günstige aber absolut brauchbare Linse ist. Für jemanden wie mich, der sich nur gelegentlich im längeren Brennweitenbereich bewegt absolut ausreichend.

Bibersuche 01-2007.jpg

Die kurze Sichtung bestärkte mich aber in meinem Vorhaben und so beschloss ich auch am nächsten Morgen wieder hierher zu kommen. Wie sich aber herausstellen sollte nur mit wenig Erfolg. Ich kehrte auch an diesem Morgen, an dem ich noch früher an die Stelle gekommen war ohne Bild und ohne Sichtung nach Hause. Es galt etwas zu unternehmen und so beschloss ich mich ein wenig besser über Biber zu informieren. Am Abend besuchte ich die Stelle wieder, denn scheinbar werden die Nager auch in der Abenddämmerung gerne aktiv. Bild gab es wieder keines, aber eine Sichtung mit samt einer kurzen Videosequenz waren immerhin eine vielversprechende Ausbeute. Vielversprechend vor allem deswegen, weil ich jetzt verstand, dass ich immer an der falschen Stelle ausgeharrt hatte. Dies wollte ich am nächsten, am dritten Morgen ändern.

Der dritte Tag, oder besser gesagt, der dritte Morgen brachte kalte klare Luft und einen wundervollen Morgen. Ich begab mich an die vielversprechende Stelle, an der ich am Abend zuvor den Biber filmen konnte und legte mich in Bodennähe auf die Lauer. Pünktlich zum Sonnenaufgang erschien mein pelziger kleiner Freund in seinem Tümpel und schwamm freudig herum. Endlich konnte ich meine ersehnten Bilder machen.

Ich weiß nicht ob der Biber sich an meine Nähe gewöhnen musste, ähnliches habe ich zumindest gelesen. Ich weiß aber, dass ich ihn faszinierend fand, wie er da mit seinem dicken Fell und seinem freundlichen Gesicht vor mir im Wasser lag. Die Bilder sind für mich zumindest ausreichend, was ich aber viel spannender fand war der Prozess, der schließlich zum Erfolg führte.

Es war ein Genuss sich diese Bilder zu erarbeiten.

Euer Ralph

Gusenmündung_bibersuche-2068.jpg


Gusenmündung_bibersuche-2078.jpg
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Landschaftsfotografie bei Wind und schnellen Wolken (Kopie)