Tamron macht jetzt Nikon Z
Endlich, anders kann man es gar nicht formulieren, kommt der erste größere Drittanbieter an Objektiven mit einem Objektiv für den Nikon Z-Anschluss heraus. Tamron baut sein bereits bestehendes 70-300 mm Telezoom zukünftig auch für die spiegellosen Nikon Kameras und ich denke, dass sie damit Erfolg haben werden.
Nikon ist es in den letzten Jahren nach und nach gelungen sich im spiegellosen Kameramarkt wieder eine starke Position zu erarbeiten. Neben den immer besser werdenden Kameras brachten und bringen sie dabei vor allem sehr leistungsstarke Optiken auf den Markt, die allerdings auch ihren Preis haben. Klar, Viltrox hat hier schon das ein oder andere Objektiv angepasst, aber was wir an den spiegellosen Kameras jetzt brauchen ist die Qualität der Dritthersteller Sigma und eben Tamron zu einem leichter leistbaren Preis, als wie bei den Originalen.
Das Tamron da jetzt vor Sigma einsteigt ist nicht weiter verwunderlich, wenn man beachtet, dass bereits im letztjährig vorgestellten Nikon 28-75 F2.8 von Nikon sehr viel Tamron drinnen stecken soll. Da ist es nicht weiter verwunderlich, das jetzt Tamron als erster mit einem Objektiv rauskommt, in diesem Fall jetzt eben mit einem Tele.
Es wird das Tamron 70-300mm F4.5 - 6.3 Di III RxD, das es bereits für Sony gibt und schenkt man den Rezessionen und verschiedenen Reviews Glauben, soll es alles in allem ein sehr gutes Objektiv sein. Der Autofokus ist schnell, präzise und leise, die Verarbeitungsqualität dem Preis entsprechend passend und es ist darüber hinaus auch noch Spritzwasser geschützt.
Womit wir auch schon bei den möglichen Einsatzszenarien sind. Porträtfotografie, Sportfotografie, Wildlifefotografie und aus meiner Sicht auch Landschaftsfotografie sind mit diesem Objektiv machbar. Natürlich gibt es für jedes Genre spezialisiertere Objektive, aber je nach eigenen Vorlieben kann sich so ein Objektiv, mit stark reduziertem Gewicht (640g) gegenüber den Speziallinsen (beispielsweise mein Nikon 200-500mm F5.6 mit 2,3 kg.) als zusätzlicher Allrounder im Kamerarucksack breit machen.
An Beispielen aus der Erfahrung gezeigt:
Wenn ich unterwegs bin um Landschaftsfotografie zu machen, bewege ich mich sehr gerne mit meinem Nikon 24-70mm F4 durch dir Natur. Nicht selten würde ich mir aber den ein oder anderen mm mehr an Brennweite im Telebereich wünschen. Dafür jetzt die schweren Linsen mitzuschleppen, dazu habe ich nicht immer Lust - diese leichtere Alternative macht es mir dann aber möglich.
In der Wildlifefotografie lässt sich mit den 300 mm auch schon einiges erreichen. Auch wenn Vögel weiterhin zu weit weg und dadurch zu klein sein werden, lässt sich anderes Wild damit schon sehr gut fotografieren. Natürlich ist dann mehr von der Landschaft drauf, aber gerade das kann auch seinen Reiz haben. Ein entsprechendes Video zu diesem Thema, damals allerdings mit dem Nikkor 70-300 am F-Mount, habe ich schon mal gemacht und verlinke ich euch hier.
Man könnte noch mehr Beispiele anführen, wahrscheinlich aus allen Genres der Fotografie und daher ist es für mich ein interessantes Objektiv mit einer sehr interessanten Brennweite. Mal sehen, wann es erscheint und was es kosten wird. Angekündigt ist es für Herbst 2022 und preislich wird es sich nicht allzusehr von den aktuell verlangten rd. Euro 500,- unterscheiden, die für das Sony Modell verlangt werden, wenngleich die Startpreise natürlich davon abweichen können - leider meist nach oben.
Ich für mich, werde je nach Preis entscheiden ob ich mir das Objektiv näher ansehe oder nicht. Die Spezifikationen und der Brennweitenbereich machen es aber in jedem Fall sehr interessant.
Euer Ralph